Dem Abfall auf der Spur!

Hofer Bürger mit dem AZV dem Abfall auf der Spur
Altkleider werden in 250 verschiedene Sorten getrennt.

Wer kennt sie nicht? Die Altkleidercontainer, die an den Wertstoffinseln oder an den  Wertstoffhöfen stehen. Und wer hat sich noch nicht gefragt, was mit den Altkleidern, die darin gesammelt werden, geschieht? Fünfzig Frauen und Männer aus Stadt und Landkreis Hof wollten es genau wissen und machten sich mit Hermann Knoblich vom Abfallzweckverband Hof auf die Reise zur Altkleidersortieranlage nach Merkers in Thüringen.

Oliver Schien von der Firma FWS empfing  die Gäste und nahm sie mit auf den Weg der Altkleider durch die Sortieranlage. Oliver Schien ist extra aus Bremen angereist. Seine Firma ist eine der größten Textilrecycler Deutschlands. Die Altkleider kommen zumeist in Containern mit dem Lkw und werden von dort in einzelne etwa zwei Meter große würfelige Boxen verladen. Oliver Schien zeigt, dass es wichtig ist, die Altkleider in Kunststoffsäcke zu verpacken. Die Kleider können in der Anlage weder getrocknet, noch gewaschen werden. Nasse Kleider müssen als Müll entsorgt werden. Mit einem Stapler wird die Box, gefüllt mit Altkleidersäcken, zu einem Sortierplatz  gefahren. Dort reist eine Frau die Säcke auf und es fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen. Akribisch sortiert die Frau die Kleider in 45 verschiedene Sorten vor. Hosen, Mäntel, Jacken, Socken, Gürtel und vieles mehr. Die Schnelligkeit, in der die Frauen die Kleider zuordnen, ist beeindruckend. 1,5 t Altkleider gehen pro Tag durch die Hände einer Sortiererin. An weiteren Stationen wird noch tiefer sortiert, bis am Ende der Altkleiderhaufen in 250 verschiedene Sorten zerpflückt ist. Die besten Stücke werden lose in Säcke gepackt, die anderen mit einer Presse zu Ballen geformt, gewogen und beschriftet. In der Lagerhalle werden die Ballen dann meterhoch aufgestapelt.

Zwischendurch weiß Oliver Schien auch das ein oder andere Geschichtchen zu erzählen. So etwa warum in Afrika eher Glattlederschuhe mit Ledersohle gefragt sind oder warum in Afrika kaum weiße Hemden getragen werden.

Gemäß Herrn Schien, sind 50 Prozent der angelieferten Ware wieder verwendbar, d. h. sie wird an Second Hand Läden in Deutschland und Europa und an Händler in anderen Staaten verkauft. 15 bis 20 Prozent der Altkleider werden aussortiert und zu Putzlappen geschnitten. Hierzu werden überwiegend nicht mehr tragbare Kleider aus Natur- oder saugfähigen Synthetikfasern verwendet. Weitere 15 bis 20 Prozent werden recycelt. So wird die Ware z. B. in Reißereien wieder zu Fasern aufgeschlossen oder zerkleinert, gepresst und in der Automobilindustrie als Dämmstoff eingesetzt. Auch bei der Herstellung von Dachpappe gelangen die Fasern zu neuem Leben. Der Rest etwa 10 bis 15 Prozent sind stofflich nicht mehr verwertbar und werden zu Sekundärbrennstoff aufbereitet.

Hermann Knoblich vom AZV, der die Fahrt organisierte, sieht sich mit seiner Veranstaltungsreihe „Dem Abfall auf der Spur“ bestätigt: „Wenn die Leute mit eigenen Augen sehen, was mit den Wertstoffen gemacht wird, erkennen sie den Sinn des Recyclings und werden auch zukünftig motiviert sein, ihre Wertstoffe zum Wertstoffhof oder zu den Wertstoffcontainern zu bringen.“


Was darf rein?
In die Altkleidercontainer dürfen alle Altkleider, ob modern oder unmodern, ob mit Loch oder ohne Loch. Bedingung ist, dass die Kleider sauber und trocken sind. Auch Schuhe und Stiefel dürfen eingeworfen werden. Diese müssen jedoch paarweise zusammengebunden sein. Schlittschuhe, Skistiefel und Inline-Skater haben in den Altkleidercontainern nichts verloren. Neben Kleidung können auch Tischdecken, Federbetten, Handtaschen und sonstige Textilien eingeworfen werden.

Was gibt Sinn?
Sinn gibt es, die Altkleider entweder in die Container an den Wertstoffhöfen/-mobilen einzuwerfen oder in Container namhafter und bekannter Organisationen, wie dem Roten Kreuz, dem Kolpingwerk oder Ähnlichen. In diesen Fällen kommen die Erlöse über die Müllgebühr direkt den Bürgern zu gute oder werden von den caritativen Einrichtungen für ihre gesellschaftlich wertvolle Arbeit genutzt. Nicht zu empfehlen ist die Abgabe von Altkleidern an rein gewerbliche Sammler oder unbekannte oft fragwürdige Hilfsorganisationen.

 


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