Verkaufsverpackungen

Das ist eine Verkaufsverpackung

Definition

Eine Verkaufsverpackung unterstützt die Haltbarkeit einer Ware und dient ihrem Schutz auf dem Weg vom Handel bis zum Endverbraucher. Darüber hinaus kann eine Verpackung durch ihre räumliche oder farbliche Gestaltung und als Trägerin informierender Aufschriften und Bilder zusätzliche Dienste leisten.

Mengen

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland ca. 8,8 Mio. Tonnen Verkaufsverpackungen verbraucht. Ca. 8,3 Mio. Tonnen wurden verwertet. Das Entspricht einer Verwertungsquote von 94,5 %

(Quelle: BMU)

Material

Verpackungen werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt.

Beispiele:

  • Kunststoff: Käseverpackung, Joghurtbecher, Zahnpastatube, Kartoffelnetz
  • Papier: Pizzaschachtel, Salzkarton, Pralinenschachtel
  • Blech (Weiß-): Konservendosen, Getränkedosen
  • Aluminium: Fischdose, Katzenfutterschale
  • Glas: Konservenglas, Getränkeflasche
  • Verbunde: Milch-/Saftkarton (Tetra-Pak), Fertigsuppenverpackung
  • Styropor: Fernseherschutzverpackung, Formteile, Chips
  • Holz: Orangenkiste

Rechtliches

Produktverantwortung der Hersteller

Um den immer größer werdenden Anfall an Verkausverpackungen einzudämmen, wurden Angang der 1990er Jahre die Hersteller/Inverkehrbringer gesetzlich aufgefordert (Verpackungsverordnung -VerpackV-), u.a. Verkaufspackungen zurückzunehmen und zu recyceln (verwerten).

Da nicht jeder Hersteller in der Lage ist, seine Verpackungen flächendeckend über den Handel einzusammeln/zurückzunehmen, wurden sogenannte "Duale Systeme" installiert.

Mit Hilfe der Entsorgungswirtschaft und in Abstimmung mit den Kommunen wurde die haushaltsnahe Entsorgung von Verkaufsverpackungen bundesweit aufgebaut.

Als bekanntestes und erstes ist das "Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH" zu nennen.

Weitere folgten im Laufe der Jahre: BellandVision GmbH, EKO-PUNKT GmbH & CO. KG, INTERSEROH Dienstleistungs GmbH, Landbell AG für Rückhol-Systeme, Noventitz Dual GmbH, PreZero Dual GmbH, Reclay Systems GmbH, Veolia Umweltservice, Dual GmbH, Zentek GmbH & Co. KG.

Beispiele für Sammeleinrichtungen in Deutschland:

  • Sammelcontainer auf Wertstoffhöfen
  • "Gelber Sack" und "Gelbe Tonne"
  • Wertstoffcontainer bei  "Wertstoffinseln"
  • Sammeleinrichtungen in Verkaufsmärkten

Zum 1. Januar 2019 wurde die Verpackungsverordnung vom Verpackungsgesetz abgelöst.

regionale Entsorgungsmöglichkeiten

Wertstoffhöfe

Bei allen 10 Wertstoffhöfen in Stadt und Landkreis Hof können u.a. Verkaufsverpackungen angeliefert werden.
Folgende Fraktionen können getrennt voneinander in den jeweiligen Container eingeworfen werden:

  • Kunststoffverpackungen (Becher, Flaschen, Folien, sonst. Kunststoffverpackungen)
  • Getränkekartons
  • Glasverpackungen (Flaschen, Behälterglas)
  • Aluverpackungen
  • Dosen/Weißblech
  • Papierverpackungen
  • Styroporverpackungen

>> Info zu Wertstoffhöfen

Wertstoffmobile

An allen 18 Standorten des Wertstoffmobils werden analog zu den Wertstoffhöfen Verkaufsverpackungen angenommen.

>> Info zu Wertstoffmobilen

Wertstoffinseln

Über 250 Wertstoffinselstandorte stehen im Hofer Land zur Verfügung.
An den Inseln befinden sich Container für Glas und Leichtverpackungen (Kunststoffverpackungen, Getränkekartons, Aluverpackungen, Dosen, Styroporverpackungen)

>> Info zu Wertstoffinseln

Einkaufsmärkte

Im Eingangsbereich einiger Einkaufsmärkte befinden sich Sammelstationen für Verkaufsverpackungen.

Angestrebt: "Gelbe Tonne"

Es laufen derzeit Gespräche, ob die "Gelben Tonne" (haushaltsnahe Wertstofferfassung) ab 01.01.2024 eingeführt wird.

Recycling/Verwertung

Info

Für alle bei den Dualen Systemen lizensierten Verpackungen sind vom Gesetzgeber Verwertungsquoten festgelegt (gültig seit 2019):

  • Glas: 80 % (ab 2022: 90 %)
  • Papier, Karton: 85 % (ab 2022: 90 %)
  • Weißblech/Dosen: 80 % (ab 2022: 90 %)
  • Aluminium: 80 % (ab 2022: 90 %)
  • Getränkekartonverpackungen: 75 % (ab 2022: 80 %)
  • sonstige Verbundverpackungen: 55 % (ab 2022: 70 %)
  • Kunststoffe (werkstoffliche Verwertung): 58,5 % (ab 2022: 63 %)

(Quelle: BMU)

Was wird daraus

Beispiele:

  • Kunststoffverpackungen: rohstoffliche Verwertung (Erdölersatz), werkstoffliche Verwertung (Regranulat) oder thermische Verwertung (Energiegewinnung)
     
  • Papierverpackungen: Herstellung von Recyclingpapier(-produkten)
     
  • Blechverpackungen (Weiß-): Herstellung neuer Metallgegenstände (auch Verpackungen)
     
  • Aluminiumverpackungen: Herstellung neuer Alugegenstände oder Alufolie (spart bis zu 95 % der Energie gegenüber der Neuherstellung)
     
  • Glasverpackungen: Herstellung neuer Glasprodukte (Flaschen etc.)
     
  • Getränkekartons: Herstellung von Recyclingkarton bzw. Verwendung als Bauxitersatz bei der Zementherstellung
     
  • Styroporverpackungen: zermahlen und pressen zu neuen Formteilen (auch Einsatz als Füllmaterial) bzw. Gewinnung von Regranulat (Polystyrol)
  • Holzverpackungen: thermische Verwertung bzw. Einsatz bei der Spanplattenherstellung

 

 

Pfandsysteme für Getränkeverpackungen

Info

Generell ist zwischen Einwegpfand- und Mehrwegpfand-Systemen zu unterscheiden. Bei Mehrwegpfand-Systemen wird die Flasche wiederbefüllt, Einwegpfand hingegen fällt gewöhnlich auf Einwegverpackungen wie Getränkedosen, Einweg-Glasflaschen und Einweg-PET-Flaschen an, welche meist stofflich verwertet werden.

Mehrwegpfand

Das Pfand auf Mehrwegflaschen samt Kasten (z.B. Bier, Wasser) hat eine lange Tradition.

Das Pfand beträgt zwischen 8 und 15 Cent.

Die Flaschen gelangen nach Verbrauch des Inhaltes zum Hersteller oder Abfüller zurück und werden erneut befüllt.

Kunststoffflaschen werden im Durchschnitt 20-mal, Glasflaschen 50-mal in Umlauf gebracht. Nach Verschleiß werden Glas oder Kunststoff dem Recycling zugeführt.

Einwegpfand

Grundlage für die Einführung des Pfandes auf Einweg-Getränkeverpackungen ist die Verpackungsverordnung, die 1991 von der Bundesregierung erlassen wurde.
Nachdem bundesweit der Mehrweganteil von Getränkeverpackungen seit 1997 unter 72 % gesunken war, wurde das Einwegpfand zum 1. Januar 2003 eingeführt. Betroffen waren Bier (inklusive Biermischgetränke), Mineralwasser (mit und ohne Kohlensäure) und Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure. Ausgenommen von der Pfandpflicht waren Verpackungen für Milch, Wein, Sekt, Spirituosen und kohlensäurefreie Erfrischungsgetränke. Die entsprechenden Verordnungen wurden mehrmals novelliert.

Die grundsätzliche Bepfandung einer Getränkeflasche/-dose bedeutet nicht automatisch, dass diese besonders umweltfreundlich ist oder wiederbefüllt wird.

Beträgt das Flaschen-/Dosenpfand 25 Cent, ist die Flasche ein Einweggebinde und wird somit nach einmaligen Gebrauch zum Abfall.
I.d.R. werden diese Verpackungen jedoch recycelt.

Grundsätzlich

Eine Mehrwegflasche ist i.d.R. die umweltfreundlichere Wahl. Noch besser kauft man regionale Produkte. Dann sind die Transportwege kurz und die Ökobilanz verbessert sich.

Abfallvermeidung

Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht entsteht!

Abfälle vermeiden ist eigentlich ganz einfach. Bei Einkauf, Brotzeit oder Freizeit ist es immer möglich, die ein oder andere Verpackung einzusparen:

- offene Waren bevorzugen (z.B. Obst)
- Mehrweggemüsenetze statt Plastiktüten verwenden
- Brotzeitdose verwenden
- Mehrwegflaschen verwenden
- Mehrweg Coffee to go-Becher bevorzugen
- Mehrweggeschirr verwenden (Party, Sommerfest)

Weitere Beispiele und Informationen zum Thema Abfallvermeidung finden sich hier.

Haben Sie noch Fragen? 09281 7259-95 oder