Dem Abfall auf der Spur!

Die Veranstaltungsreihe des AZV Hof und der vhs Landkreis Hof

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dem Abfall auf der Spur!“ werden seit 2006 Entsorgungs- und Verwertungsanlagen besichtigt, bei denen die in Stadt und Landkreis Hof gesammelten Abfälle und Wertstoffe entsorgt werden. Damit wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, den Wegen des Abfalls nachzuspüren.
Hier finden Sie Berichte und Fotos unserer Besichtigungen der letzten Jahre.

Besichtigung Bioabfall-vergärungsanlage (RSB) Rehau/Wurlitz, 22.09.2017

Was geschieht mit den Bioabfällen, die die Bürger in die braune Biotonne werfen? Dieser Frage gingen 50 Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis Hof bei der Besichtigung der Bioabfallvergärungsanlage Hochfranken in Rehau/Wurlitz nach.
Betreiber der Anlage ist die RSB Bioverwertung Hochfranken GmbH. Die Besichtigung bot der Abfallzweckverband Hof zusammen mit der VHS Landkreis Hof im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dem Abfall auf der Spur“ an. Ziel des Angebotes ist es, den Bürgern einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und den heutigen Stand der Recyclingtechnologie aufzuzeigen.
Die 2015 in Betrieb gegangene Anlage, die ein Baustein des Bioenergiezentrums Hochfranken ist, wandelt den Inhalt der Biotonne aus der Stadt und dem Landkreis Hof zu Biogas und Kompost um. In der Anlage werden jährlich bis zu 24.000 Tonnen Bioabfall verarbeitet werden.
Das produzierte Biogas treibt Gasmotoren an, die jährlich rund 24.000 Megawattstunden Energie erzeugen. Das Biogas wird über die bereits bestehende Struktur einer Mikrogasleitung sowie von Satelliten-Blockheizkraftwerken vollständig genutzt.
Die Führung übernahm Betriebsleiter Andreas Köppel. Es wurden der Anlieferbereich, die Aufbereitungsanlage, der Gärturm und das Blockheizkraftwerk besichtigt. In der Schaltzentrale konnten sich die Besucher ein Bild über die komplexe Steuerung der Anlage machen. Nach dem Gärprozess übrig bleibt ein Erdsubstrat (ca. 7000 t), das in der Landwirtschaft als Dünger verwendet werden kann.

Besichtigung Müllheizkraftwerk Schwandorf (ZMS), 18.03.2017

Dem Restmüll auf der Spur! Hofer Müll heizt in Schwandorf ein. Was geschieht eigentlich mit dem Müll aus den grauen Tonnen und dem Gewerbemüll, der im Bereich des Abfallservicezentrums Silberberg angeliefert wird? 50 Bürgerinnen und Bürger wollten es genau wissen und machten sich zusammen mit dem Abfallzweckverband Hof und der Volkshochschule Landkreis Hof auf dem Weg die Spur des Restmülls zu verfolgen. Die Spur führte die Reisegruppe unter Leitung von Hermann Knoblich vom AZV ins Müllkraftwerk Schwandorf. Dort ist Endstation für den Hausmüll, den Gewerbemüll und den nicht verwertbaren Anteil des Sperrmülls. Rund 17.000 t Haus- und Sperrmüll und 8.000 t Gewerbemüll liefern die Hofer jährlich in Schwandorf an. Der Müll landet in einen gigantischen 16.000 Kubikmeter großen Müllbunker. „Von dort wird er mit zwei riesigen Greifern, die bis zu 3,5 Tonnen fassen, aufgenommen und auf den Verbrennungsrost aufgegeben“, erklärte Stefan Karl, der die Teilnehmer durch das Kraftwerk führte. Die Besucher konnten durch ein kleines Fenster sogar einen Blick in die über 1.000 Grad heiße Flammenhölle werfen. Bis zu 16 Meter hoch schlagen die Flammen, die dem Müll den Garaus machen. 450.000 Tonnen Müll verbrennt der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) jährlich in seiner Anlage. Der Müll kommt aus den 19 angeschlossenen Gebietskörperschaften, unter anderem auch aus Kulmbach, Bayreuth und Tirschenreuth. Für 1,8 Millionen Einwohner sichert der ZMS die Entsorgung. Neben der Verringerung der Menge und des Volumens erzeugt die Verbrennungsanlage auch Energie. 170.000 MWh Strom werden pro Jahr ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dies entspricht dem Strombedarf von rund 55.000 Haushalten. Zusätzlich wird Fernwärme abgebeben, mit der größere Einrichtungen und Einfamilienhäuser in Schwandorf geheizt werden. Ferner profitiert das unmittelbar neben dem Müllkraftwerk liegende Aluminiumwerk der Firma Nabaltec. Dieses wird vom ZMS mit Prozessdampf aus dem Kraftwerk versorgt. Stolz ist der ZMS auf die guten Ergebnisse seiner Rauchgasreinigung. Die Werte liegen weit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Werte. Übrig bleibt nach der Verbrennung Schlacke, die von Eisenteilen befreit und nach einer zusätzlichen Aufbereitung auf der eigenen Deponie abgelagert wird. Der Filterstaub, rund 40 Kilogramm je eingebrachter Tonne Restmüll, wird untertage in einem Bergwerk in Thüringen eingelagert. Einen Blick konnten die Teilnehmer der Führung auch in das moderne Verwaltungsgebäude des ZMS werfen. Das Gebäude ist in einen Lärmschutzwall integriert und architektonisch äußerst interessant.

Sortierunganlage, Fa. Böhme, 23.9.2016

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dem Abfall auf der Spur“, wurde die Sortieranlage der Firma Böhme GmbH Wertstofferfassung in Rehau besichtigt. Die 40 interessierten Teilnehmer konnten sich vor Ort ein Bild machen, wie die an den Wertstoffinseln eingesammelten Leichtverpackungen sowie die Papierabfälle aus der grünen Papiertonne und den Wertstoffhöfen sortiert werden.

Gipfeltour zum Silberberg, 17. und 24. Juni 2016

Bürger stürmen den Deponiegipfel

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dem Abfall auf der Spur“ bietet der Abfallzweckverband Hof gemeinsam mit der VHS Landkreis Hof Besichtigungen von Entsorgungs- und Verwertungsanlagen an.
Dieses Mal waren die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, dass AbfallServiceZentrum und die ehemaligen Deponie Silberberg im Rahmen der vom AZV Hof installierten „Entdecker-Tour“ in Augenschein zu nehmen.

Bei trüben, aber trockenen Wetter machten sich die 30 Teilnehmer zusammen mit Hermann Knoblich und Jörg Flügel - beide vom Abfallzweckverband Hof - auf, um den Deponiegipfel zu erklimmen.

Auf dem Weg dorthin, wurde an verschiedenen Informationspunkten Halt gemacht, um die Geschichte der ehemaligen Deponie Silberberg und die aktuelle Situation zu erklären.

Zu Beginn der Führung sammelte sich die Gruppe auf der Fahrzeugwaage. Einige Kilogramm kamen zusammen. Über das genaue Gewicht wurde aber Stillschweigen vereinbart. Im Anschluss wurden die Besucher über die frühere Nutzung des Deponiegeländes informiert. Bilder vom Betrieb als Steinbruch mit einer Fläche von über 10 Fußballfeldern ließen die Interessierten staunen.

„Welche Funktion haben eigentlich diese kleinen Türme?“, hört man jemanden aus der Gruppe fragen. „Diese wurden früher benutzt, um das entstehende Deponiegas abzufackeln“, erklärt Hermann Knoblich, Sachgebietsleiter beim AZV. „Seit 1997 sind diese aber nicht mehr in Betrieb. Seither wird das Gas, das durch den Abbau der organischen Müllbestandteile im Deponiekörper entsteht, in Blockkraftwerken zu Strom umgewandelt.“

Weitere Energieerzeuger sind zwei große Photovoltaikanlagen, die auf Hallendächern installiert sind.

Im Weiteren wurde die Sickerwasserreinigungsanlage aufgesucht. Dort wird mit Hilfe von Aktivkohle das anfallende Sickerwasser vorgereinigt. Im Anschluss wird es über ein eigenes Kanalsystem zur Kläranlage geleitet.

Um unter anderem das Entstehen von Sickerwasser zu reduzieren, wurde die Deponiefläche in den letzten Jahren mit einer Folie abgedichtet und mit Erde überdeckt. Zwischenzeitlich hat sich die Natur wieder breit gemacht. Die Fläche ist mit Gräsern und Wildkräutern übersät.

Jetzt geht es querfeldein zum Deponiegipfel. Dort erfährt die Gruppe, dass mit 562 m ü. NN der Silberberg eine der höchsten Erhebungen in Hof ist. Den herrlichen Rundblick über Hof und Umgebung können die Teilnehmer selbst genießen. Wie viel Meter Müll unter den Füßen liegt, wird anschließend mit einem auszuziehbaren Maßband demonstriert. Vor den Augen der Teilnehmer läuft eine junge Teilnehmerin los und wird erst bei 60 Metern zum Stehenbleiben gerufen.
Bergab geht es zur vorletzten Station. Das seit der Deponieschließung 2009 entstandene AbfallServiceZentrum Silberberg ist hier das Thema.
Nach wie vor ist es möglich fast alle Arten von Abfällen anzuliefern. Diese werden dann nicht wie früher deponiert, sondern kommissioniert und zu entsprechenden Verwertungs- oder Entsorgungsanlagen verbracht.

Zum Abschluss der Führung werfen die Teilnehmer noch einen Blick auf den Zentralwertstoffhof Hof. Dort befindet sich auch die Problemabfallannahmestelle. Nach dieser knapp zweistündigen Führung bleiben nur noch wenige Fragen offen und die interessierten Bürgerinnen und Bürger werden verabschiedet.

Wer im Rahmen einer Gruppe, eines Vereins oder Gemeinschaft Interesse hat den Silberberg zu erklimmen, kann sich gerne bei der Abfallberatung für eine Gruppenführung anmelden. Info unter info@azv-hof.de Stichwort „Entdecker-Tour“ oder Tel. 09281/7259-15.

Kunststoffrecycling: Firma PURUS in Arzberg, 08.05.2015

Was geschieht mit den Kunststoffabfällen, die die Bürger zu den Wertstoffhöfen und –inseln bringen? Wird doch nur alles zusammengeworfen und verbrannt oder entstehen wirklich neue Produkte daraus? Dieser Frage gingen Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis Hof bei der Besichtigung des Kunststoffrecyclers PURUS in Arzberg nach.

Die Besichtigung bot der Abfallzweckverband Hof zusammen mit der VHS Landkreis Hof im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dem Abfall auf der Spur“ an. „Ziel des Angebotes“, so Hermann Knoblich vom AZV, „ist es den Bürgern einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und den heutigen Stand der Recyclingtechnologie aufzuzeigen.“

Die Firma PURUS  besitzt über 20 Jahre Erfahrung im Bereich des Kunststoffrecyclings. Inzwischen werden jährlich 25.000 Tonnen Kunststoffabfälle recycelt. 2012 hat die Firma in eine neue Wasch- und Aufbereitungsanlage in Betrieb genommen und 9 Millionen Euro in den Standort Arzberg investiert. „Die moderne Anlage sichert uns die Qualität der eingesetzten Kunststoffe und macht uns unabhängiger von externen Aufbereitern“, so Jürgen Potzel, Geschäftsführer des Schwesterunternehmens Converta. 100 Mitarbeiter sind allein am Standort Arzberg mit dem Recycling von Kunststoffen befasst.

Verarbeitet werden unter anderem Kunststoffverpackungsabfälle, wie sie von den Bürgern an den Wertstoffhöfen und –inseln abgegeben werden. Nach der Aufbereitung der Kunststoffabfälle werden daraus vor allem ECORASTER-Rasengittersteine hergestellt. 1,2 Millionen Quadratmeter werden davon in einem Jahr produziert und weltweit vertrieben. Sie finden ihren Einsatz bei der Befestigung von Geh- und Fahrwegen, bei der Stabilisierung von Flussufern, in der Landwirtschaft, im Garten- und Landschaftsbau, beim Reitsport und auf Golfplätzen. Die Ecoraster-Platten ermöglichen eine Befestigung des Untergrundes ohne diesen versiegeln zu müssen. Als zweites Hauptprodukt werden jährlich 550 000 Kunststoffpaletten produziert deren Vorteil vor allem in der Leichtigkeit liegt. Ferner stellt die Firma auch Granulat her, das sowohl in der eigenen Firma verarbeitet wird, als auch an andere kunststoffverarbeitende Betriebe weiterverkauft wird.

Für Jürgen Potzel und Andree Barth, die die Besucher durch den Betrieb führten, ist die Tätigkeit der Firma auch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und zur Schonung von Energie- und Rohstoff-Ressourcen. Denn was die Firma PURUS an Kunststoffabfällen verarbeitet, ist in seiner Grundform letztlich wertvolles Erdöl.

Die Teilnehmer zeigten sich begeistert vom Kunststoffrecycling und sahen sich vor allem in ihrer Mühe zur getrennten Sammlung von Abfällen bestätigt. Weitere Informationen über die Firma PURUS sind im Internet unter www.purus-plastics.de zu finden.

Bioabfallvergärungsanlage, Rehau am 17.10.2015

Den Bioabfällen auf der Spur.

Was geschieht mit den Bioabfällen, die die Bürger in die braune Biotonne werfen? Dieser Frage gingen 50 Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis Hof bei der Besichtigung der Bioabfallvergärungsanlage Hochfranken in Rehau/Wurlitz nach. Betreiber der Anlage ist die RSB Bioverwertung Hochfranken GmbH.

Die Besichtigung bot der Abfallzweckverband Hof zusammen mit der VHS Landkreis Hof im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dem Abfall auf der Spur“ an. Ziel des Angebotes ist es, den Bürgern einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und den heutigen Stand der Recyclingtechnologie aufzuzeigen.

Die neu errichtete Anlage, die ein Baustein des Bioenergiezentrums Hochfranken ist,  wandelt den Inhalt der Biotonne aus der Stadt und dem Landkreis Hof zu Biogas und Kompost um. Bei Volllastbetrieb können in der Anlage jährlich bis zu 30.000 Tonnen Bioabfall verarbeitet werden. Das produzierte Biogas treibt Gasmotoren an, die jährlich rund 19.500 Megawattstunden Energie erzeugen. Das Biogas wird über die bereits bestehende Struktur einer Mikrogasleitung sowie von Satelliten-Blockheizkraftwerken vollständig genutzt.

Die Führung übernahm der Geschäftsführer der RSB Reinhard Dietel und Betriebsleiter Andreas Köppel. Aufgeteilt in Gruppen wurden der Anlieferbereich, die Aufbereitungsanlage, der Gärturm und das Blockheizkraftwerk besichtigt. In der Schaltzentrale konnten sich die Besucher ein Bild über die komplexe Steuerung der Anlage machen. Nach dem Gärprozess übrig bleibt ein Erdsubstrat, das in der Landwirtschaft als Dünger verwendet werden kann.

Hofer Müll heizt in Schwandorf ein. 25.10.2014

Was geschieht eigentlich mit dem Müll aus den grauen Tonnen und dem Gewerbemüll, der im Bereich des Abfallservicezentrums Silberberg angeliefert wird? 45 Bürgerinnen und Bürger wollten es genau wissen und machten sich zusammen mit dem Abfallzweckverband Hof und der Volkshochschule Landkreis Hof auf dem Weg die Spur des Restmülls zu verfolgen.
Die Spur führte die Reisegruppe unter Leitung von Hermann Knoblich vom AZV ins Müllkraftwerk Schwandorf. Dort ist Endstation für den Hausmüll, den Gewerbemüll und den nicht verwertbaren Anteil des Sperrmülls. Rund 17.000 t Haus- und Sperrmüll und 8.000 t Gewerbemüll liefern die Hofer jährlich in Schwandorf an. Der Müll landet in einen gigantischen 16.000 Kubikmeter großen Müllbunker. „Von dort wird er mit zwei riesigen Greifern, die bis zu 3,5 Tonnen fassen, aufgenommen und auf den Verbrennungsrost aufgegeben“, erklärte Stefan Karl, der die Teilnehmer durch das Kraftwerk führte. Die Besucher konnten durch ein kleines Fenster sogar einen Blick in die über 1.000 Grad heiße Flammenhölle werfen. Bis zu 16 Meter hoch schlagen die Flammen, die dem Müll den Garaus machen.
450.000 Tonnen Müll verbrennt der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) jährlich in seiner Anlage. Der Müll kommt aus den 19 angeschlossenen Gebietskörperschaften, unter anderem auch aus Kulmbach, Bayreuth und Tirschenreuth. Für 1,8 Millionen Einwohner sichert der ZMS die Entsorgung. Neben der Verringerung der Menge und des Volumens erzeugt die Verbrennungsanlage auch Energie. 170.000 MWh Strom werden pro Jahr ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dies entspricht dem Strombedarf von rund 55.000 Haushalten. Zusätzlich wird Fernwärme abgebeben, mit der größere Einrichtungen und inzwischen auch Einfamilienhäuser in Schwandorf geheizt werden. Ferner profitiert das unmittelbar neben dem Müllkraftwerk liegende Aluminiumwerk der Firma Nabaltec. Dieses wird vom ZMS mit Prozessdampf aus dem Kraftwerk versorgt.
Stolz ist der ZMS auf die guten Ergebnisse seiner Rauchgasreinigung. Die Werte liegen weit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Werte. Übrig bleibt nach der Verbrennung Schlacke, die von Eisenteilen befreit und nach einer zusätzlichen Aufbereitung auf der eigenen Deponie abgelagert wird. Der Filterstaub, rund 40 Kilogramm je eingebrachter Tonne Restmüll, wird untertage in einem Bergwerk in Thüringen eingelagert. Einen Blick konnten die Teilnehmer der Führung auch in das moderne Verwaltungsgebäude des ZMS werfen. Das Gebäude ist in einen Lärmschutzwall integriert und architektonisch äußerst interessant.
Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des ZMS.

Glasfabrik Wiegand in Steinbach a.Wald am 17.05.2014

„Wir sammeln das Glas ordentlich nach Farben getrennt und ihr werft es doch wieder zusammen.“ Zweifel und Fragen, die immer wieder an den Abfallzweckverband Hof herangetragen werden. Mit einer Reisegruppe hat sich der AZV und die VHS Landkreis Hof auf die Spur des Altglases begeben, um hinter die Kulissen zu blicken und zu sehen, was wirklich damit passiert.

Hof/Steinbach a.Wald – „Die Resonanz auf unsere Seminarreihe „Dem Abfall auf der Spur“ ist riesig“, freut sich Hermann Knoblich, Sachgebietsleiter beim AZV. „Die Leute wollen sehen, was mit den Wertstoffen geschieht, die sie an den Wertstoffinseln, -höfen und –mobilen abgeben. Diesmal führte die Exkursion die Teilnehmer zur Firma Wiegand-Glas in Steinbach am Wald. Die Firma ist das letzte deutsche Familienunternehmen der Behälterglasindustrie. Die Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Der Marktanteil beträgt ca. 14 Prozent. Jede zehnte Flasche, die in Deutschland verkauft wird, kommt aus den Wiegand-Glashütten. Als Rohstoff wird zu 80 Prozent Altglas eingesetzt. Bis zu 360000 Tonnen Scherben werden in Steinbach im Jahr verarbeitet. Bernhard Prechtl, der die Gruppe durch die Anlage führt, ist Abteilungsleiter für die Aufbereitung des Altglases und kann auch auf die noch so detaillierte Frage eine Antwort geben. Eine ausgeklügelte Aufbereitungstechnik aus Magnetabscheidern, Nichteisenmetallseparatoren und anderen Aggregaten sorgt dafür, dass das Glas ohne Fremdstoffe in die Schmelzwannen gelangt. Ein spezielles Ausscheidegerät schießt mit Luft Keramik- und Porzellanteile sowie Steine aus. Mit Lasersensoren, Farbkameras und Ähnlichem ist es möglich, andersfarbiges Glas auszuschleusen. Entscheidend ist dies vor allem beim Weißglas, dass nur äußerst wenig andersfarbiges Glas verträgt. „Die Aufbereitung des Altglases wird immer wichtiger“, so Bernhard Prechtl. Er betont, dass es daher entscheidend ist, dass das Altglas möglichst sortenrein und farbgetrennt gesammelt wird. Je reiner und farbgetrennter das Altglas gesammelt wird, desto weniger muss aussortiert werden und desto weniger Scherbenrohstoff geht verlustig. Wichtig ist der Einsatz des Altglases auch hinsichtlich der Energieeinsparung. Rund 25 Prozent weniger Energie werden gegenüber der Neuherstellung von Glas benötigt. 

Der Kreislauf schließt sich, als die Teilnehmer in die Produktionshalle geführt werden. Geschmolzenes, 1200 Grad heißes Glas tropft in eine Form und wird erst gepresst, dann geblasen und in Sekundenschnelle ist eine neue Flasche entstanden. Jung und alt ist gefesselt und mancher kann seinen Blick nicht loslassen von den orangefarben „glühenden“ Glastropfen und Flaschen. Über Fließbänder werden die fertigen Flaschen zu verschiedenen Kontrollstellen befördert. Entspricht eine nicht den Anforderungen wird sie zurück in die „Höllenglut“ geschickt und erneut eingeschmolzen. Am Ende der Produktion steht die automatische Verpackung der Flaschen.

Beeindruckt gelangen die Teilnehmer von ihrer Tour in den Vortragsraum zurück. Wohl jedem ist klar geworden, dass die Sammlung von Altglas wirklich Sinn macht. Die Hofer sind bereits gut dabei. Mit 3500 Tonnen Altglas pro Jahr tragen Sie zur derzeitigen hohen Recyclingquote von über 80 Prozent bei. 

Am Nachmittag hatten die Teilnehmer Zeit das Örtchen Lauenstein mit seiner Burg zu erkunden. Beim Besuch der Frankenwald-Confiserie  erhielt die Gruppe Informationen über die Pralinenherstellung.

Weitere Informationen zur Fa. Wiegand-Glas GmbH finden Sie unter: www.wiegand-glas.de.

Müllkraftwerk Schwandorf, 21.9.2013

Dem Restmüll auf der Spur! - Hofer Müll heizt in Schwandorf ein

Was geschieht eigentlich mit dem Müll aus den grauen Tonnen und dem Gewerbemüll, der im Bereich des Abfallservicezentrums Silberberg angeliefert wird? 50 Bürgerinnen und Bürger wollten es genau wissen und machten sich zusammen mit dem Abfallzweckverband Hof und der Volkshochschule Landkreis Hof auf dem Weg die Spur des Restmülls zu verfolgen.
Die Spur führte die Reisegruppe unter Leitung von Jörg Flügel vom AZV ins Müllkraftwerk Schwandorf. Dort ist Endstation für den Hausmüll, den Gewerbemüll und den nicht verwertbaren Anteil des Sperrmülls. Rund 18.000 t Haus- und Sperrmüll und 8.000 t Gewerbemüll liefern die Hofer jährlich in Schwandorf an. Der Müll landet in einen gigantischen 16.000 Kubikmeter großen Müllbunker. „Von dort wird er mit zwei riesigen Greifern, die bis zu 3,5 Tonnen fassen, aufgenommen und auf den Verbrennungsrost aufgegeben“, erklärte Franz Grabinger vom ZMS, der die Teilnehmer durch das Kraftwerk führte. Die Besucher konnten durch ein kleines Fenster sogar einen Blick in die über 1.000 Grad heiße Flammenhölle werfen. Bis zu 16 Meter hoch schlagen die Flammen, die dem Müll den Garaus machen.
450.000 Tonnen Müll verbrennt der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) jährlich in seiner Anlage. Der Müll kommt aus 19 angeschlossenen Gebietskörperschaften, auch aus Kulmbach, Bayreuth und Tirschenreuth. Für 1,8 Millionen Einwohner sichert der ZMS die Entsorgung. Neben der Verringerung der Menge und des Volumens erzeugt die Verbrennungsanlage auch Energie. 160.000 MWh Strom werden pro Jahr ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dies allein entspricht dem Strombedarf von 50.000 Haushalten. Zusätzlich wird Fernwärme abgebeben, mit der größere Einrichtungen und inzwischen auch Einfamilienhäuser in Schwandorf geheizt werden. Ferner profitiert das unmittelbar neben dem Müllkraftwerk liegende Aluminiumwerk der Firma Nabaltec. Dieses wird vom ZMS mit Prozessdampf aus dem Kraftwerk versorgt.
Stolz ist der ZMS auf die guten Ergebnisse seiner Rauchgasreinigung. Die Werte liegen weit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Werte. Übrig bleibt nach der Verbrennung Schlacke, die von Eisenteilen befreit und nach einer zusätzlichen Aufbereitung auf der eigenen Deponie abgelagert wird. Der Filterstaub, rund 40 Kilogramm je eingebrachter Tonne Restmüll, wird untertage in einem Bergwerk in Thüringen eingelagert. Einen Blick konnten die Teilnehmer der Führung auch in das moderne Verwaltungsgebäude des ZMS werfen. Das Gebäude ist in einen Lärmschutzwall integriert und architektonisch äußerst interessant.

Im Anschluss an die Führung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit die historischen Felsenkeller in Schwandorf zu besichtigen.

 

Weitere Informationen zum Müllkraftwerk finden Sie unter: www.muellkraftwerk.de.

Altkleidersortieranlage Merkers, 26.3.2013

Wer kennt sie nicht? Die Altkleidercontainer, die an den Wertstoffinseln oder an den  Wertstoffhöfen stehen. Und wer hat sich noch nicht gefragt, was mit den Altkleidern, die darin gesammelt werden, geschieht? Fünfzig Frauen und Männer aus Stadt und Landkreis Hof wollten es genau wissen und machten sich mit Hermann Knoblich vom Abfallzweckverband Hof auf die Reise zur Altkleidersortieranlage nach Merkers in Thüringen.

Oliver Schien von der Firma FWS empfing  die Gäste und nahm sie mit auf den Weg der Altkleider durch die Sortieranlage. Oliver Schien ist extra aus Bremen angereist. Seine Firma ist eine der größten Textilrecycler Deutschlands. Die Altkleider kommen zumeist in Containern mit dem Lkw und werden von dort in einzelne etwa zwei Meter große würfelige Boxen verladen. Oliver Schien zeigt, dass es wichtig ist, die Altkleider in Kunststoffsäcke zu verpacken. Die Kleider können in der Anlage weder getrocknet, noch gewaschen werden. Nasse Kleider müssen als Müll entsorgt werden. Mit einem Stapler wird die Box, gefüllt mit Altkleidersäcken, zu einem Sortierplatz  gefahren. Dort reist eine Frau die Säcke auf und es fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen. Akribisch sortiert die Frau die Kleider in 45 verschiedene Sorten vor. Hosen, Mäntel, Jacken, Socken, Gürtel und vieles mehr. Die Schnelligkeit, in der die Frauen die Kleider zuordnen, ist beeindruckend. 1,5 t Altkleider gehen pro Tag durch die Hände einer Sortiererin. An weiteren Stationen wird noch tiefer sortiert, bis am Ende der Altkleiderhaufen in 250 verschiedene Sorten zerpflückt ist. Die besten Stücke werden lose in Säcke gepackt, die anderen mit einer Presse zu Ballen geformt, gewogen und beschriftet. In der Lagerhalle werden die Ballen dann meterhoch aufgestapelt.

Zwischendurch weiß Oliver Schien auch das ein oder andere Geschichtchen zu erzählen. So etwa warum in Afrika eher Glattlederschuhe mit Ledersohle gefragt sind oder warum in Afrika kaum weiße Hemden getragen werden.

Gemäß Herrn Schien, sind 50 Prozent der angelieferten Ware wieder verwendbar, d. h. sie wird an Second Hand Läden in Deutschland und Europa und an Händler in anderen Staaten verkauft. 15 bis 20 Prozent der Altkleider werden aussortiert und zu Putzlappen geschnitten. Hierzu werden überwiegend nicht mehr tragbare Kleider aus Natur- oder saugfähigen Synthetikfasern verwendet. Weitere 15 bis 20 Prozent werden recycelt. So wird die Ware z. B. in Reißereien wieder zu Fasern aufgeschlossen oder zerkleinert, gepresst und in der Automobilindustrie als Dämmstoff eingesetzt. Auch bei der Herstellung von Dachpappe gelangen die Fasern zu neuem Leben. Der Rest etwa 10 bis 15 Prozent sind stofflich nicht mehr verwertbar und werden zu Sekundärbrennstoff aufbereitet.

Hermann Knoblich vom AZV, der die Fahrt organisierte, sieht sich mit seiner Veranstaltungsreihe „Dem Abfall auf der Spur“ bestätigt: „Wenn die Leute mit eigenen Augen sehen, was mit den Wertstoffen gemacht wird, erkennen sie den Sinn des Recyclings und werden auch zukünftig motiviert sein, ihre Wertstoffe zum Wertstoffhof oder zu den Wertstoffcontainern zu bringen.“


Was darf rein?
In die Altkleidercontainer dürfen alle Altkleider, ob modern oder unmodern, ob mit Loch oder ohne Loch. Bedingung ist, dass die Kleider sauber und trocken sind. Auch Schuhe und Stiefel dürfen eingeworfen werden. Diese müssen jedoch paarweise zusammengebunden sein. Schlittschuhe, Skistiefel und Inline-Skater haben in den Altkleidercontainern nichts verloren. Neben Kleidung können auch Tischdecken, Federbetten, Handtaschen und sonstige Textilien eingeworfen werden.

Was gibt Sinn?
Sinn gibt es, die Altkleider entweder in die Container an den Wertstoffhöfen/-mobilen einzuwerfen oder in Container namhafter und bekannter Organisationen, wie dem Roten Kreuz, dem Kolpingwerk oder Ähnlichen. In diesen Fällen kommen die Erlöse über die Müllgebühr direkt den Bürgern zu gute oder werden von den caritativen Einrichtungen für ihre gesellschaftlich wertvolle Arbeit genutzt. Nicht zu empfehlen ist die Abgabe von Altkleidern an rein gewerbliche Sammler oder unbekannte oft fragwürdige Hilfsorganisationen.

 

Haben Sie noch Fragen? 09281 7259-95 oder