Dem Abfall auf der Spur!

Hofer dem Abfall auf der Spur - Besuch der Glasfabrik Wiegand

„Wir sammeln das Glas ordentlich nach Farben getrennt und ihr werft es doch wieder zusammen.“ Zweifel und Fragen, die immer wieder an den Abfallzweckverband Hof herangetragen werden. Mit einer Reisegruppe hat sich der AZV und die VHS Landkreis Hof auf die Spur des Altglases begeben, um hinter die Kulissen zu blicken und zu sehen, was wirklich damit passiert.


Hof/Steinbach a.Wald – „Die Resonanz auf unsere Seminarreihe „Dem Abfall auf der Spur“ ist riesig“, freut sich Hermann Knoblich, Sachgebietsleiter beim AZV. „Die Leute wollen sehen, was mit den Wertstoffen geschieht, die sie an den Wertstoffinseln, -höfen und –mobilen abgeben. Diesmal führte die Exkursion die Teilnehmer zur Firma Wiegand-Glas in Steinbach am Wald. Die Firma ist das letzte deutsche Familienunternehmen der Behälterglasindustrie. Die Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Der Marktanteil beträgt ca. 14 Prozent. Jede zehnte Flasche, die in Deutschland verkauft wird, kommt aus den Wiegand-Glashütten. Als Rohstoff wird zu 80 Prozent Altglas eingesetzt. Bis zu 360000 Tonnen Scherben werden in Steinbach im Jahr verarbeitet. Stefan Neubauer, der die Gruppe durch die Anlage führt, ist Abteilungsleiter für die Aufbereitung des Altglases und kann auch auf die noch so detaillierte Frage eine Antwort geben. Eine ausgeklügelte Aufbereitungstechnik aus Magnetabscheidern, Nichteisenmetallseparatoren und anderen Aggregaten sorgt dafür, dass das Glas ohne Fremdstoffe in die Schmelzwannen gelangt. Ein spezielles Ausscheidegerät schießt mit Luft Keramik- und Porzellanteile sowie Steine aus. Mit Lasersensoren, Farbkameras und Ähnlichem ist es inzwischen sogar möglich, andersfarbiges Glas auszuschleusen. Entscheidend ist dies vor allem beim Weißglas, dass nur äußerst wenig andersfarbiges Glas verträgt. „Die Aufbereitung des Altglases wird immer wichtiger“, so Stefan Neubauer. Er betont, dass es daher entscheident ist, dass das Altglas möglichst sortenrein und farbgetrennt gesammelt wird. Je reiner und farbgetrennter das Altglas gesammelt wird, desto weniger muss aussortiert werden und desto weniger Scherbenrohstoff geht verlustig. Wichtig ist der Einsatz des Altglases auch hinsichtlich der Energieeinsparung. Rund 25 Prozent weniger Energie werden gegenüber der Neuherstellung von Glas benötigt.  

Der Kreislauf schließt sich, als die Teilnehmer in die Produktionshalle geführt werden. Geschmolzenes, 1200 Grad heißes Glas tropft in eine Form und wird erst gepresst, dann geblasen und in Sekundenschnelle ist eine neue Flasche entstanden. Jung und alt ist gefesselt und mancher kann seinen Blick nicht loslassen von den orangefarben „glühenden“ Glastropfen und Flaschen. Über Fließbänder werden die fertigen Flaschen zu verschiedenen Kontrollstellen befördert. Entspricht eine nicht den Anforderungen wird sie zurück in die „Höllenglut“ geschickt und erneut eingeschmolzen. Am Ende der Produktion steht die automatische Verpackung der Flaschen.

Beeindruckt gelangen die Teilnehmer von ihrer Tour in den Vortragsraum zurück. Wohl jedem ist klar geworden, dass die Sammlung von Altglas wirklich Sinn macht. Die Hofer sind bereits gut dabei. Mit 3500 Tonnen Altglas pro Jahr tragen Sie zur derzeitigen hohen Recyclingquote von über 80 Prozent bei.


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